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Simone Nickl

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?

Frühstück mit SZ online - Rad oder Tram in die Goethestraße - Update im Team - und dann meist nonstop Telefonieren, Schreiben, Planen, Meeten - evtl. ein Lunch - und abends manchmal Termine, Ausstellungen oder Veranstaltungen in München oder auch in Berlin, Frankfurt, Wien, Zürich, Basel …. und wenn kein Event: dann tief Durchschnaufen - im Idealfall im Biergarten und mit Blick auf den oder einen See :-)

Was war Ihr schönster Moment als PR Agentin?

Kein „einer“, aber viele kleine „schöne Momente“: Wenn ich mit tollen Künstlern zu tun habe. Wenn ich spannenden Persönlichkeiten begegne. Wenn die Arbeit einen guten Flow hat. Wenn ein Event gelingt, sich alle wohl oder sogar beglückt fühlen. Wenn ich bei Eröffnungen in real sehe, was wir kommuniziert haben - und begeistert bin. Wenn sich eine Idee verwirklicht. Wenn meine Arbeit Wertschätzung erfährt. Und immer auch, wenn sich etwas Neues entwickelt.

Was war Ihr größter Fehler im Berufsleben?

Nicht früher verstanden zu haben, dass es mehr Spaß macht, mehr Drive hat und dass wesentlich mehr möglich ist mit einem eigenen Team (anstelle einer One-Woman-Show).

Was raten Sie Nachwuchsfotografen/fotografinnen?

Nachwuchsfotografen sollten neben der technischen Ausbildung ihr Auge schulen, um einen eigenen Blickwinkel zu finden und eigene Bildideen zu entwickeln. Dazu ist es gut, viel zu sehen: in Ausstellungen zu gehen, nicht nur zur Fotografie. Bücher über die großen Fotografen lesen und anschauen. Filme, Videos, Reportagen und Commercials sehen. Und sehr wichtig ist auch: visuelle Trends, auch in Social Media, zu beobachten und zu verstehen.


Andreas Becker

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?

Einen typischen Arbeitstag gibt es nicht. Am schönsten ist es, wenn ich so lange spaziere, bis ich ganz leer bin. Um mich dann hinzusetzen und aufzuschreiben, was in mich hinein fällt.

Was war Ihr schönster Moment als Autor?
Die schönsten Momente sind immer die, wenn ich Sätze schreibe, die sich so stimmig anfühlen, dass ich keine Sekunde darüber nachdenke, was ich da gerade geschrieben habe. Um es dann beim Irgendwann-lesen als etwas Fremdes, Neues, Wunderbares anschauen zu können.

Was war Ihr größter Fehler im Berufsleben?
Ein Fehler ist etwas (und ich bin leider der Sprache verfallen), das nicht hier ist; etwas, das fehlt. Ich habe irgendwann beschlossen, mich lieber mit dem zu beschäftigen, was hier ist. 

Was raten Sie Nachwuchsautoren?
Mein Tipp: Findet eure eigenen Tipps.


Anny Thorn

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?

Da ich (leider) nicht hauptberuflich Autorin bin, startet mein Arbeitstag so typisch und normal, wie bei den meisten. Zwischen Zahnputzdiskussionen mit dem Kind und Stau in der Innenstadt, komme ich irgendwann in meinem Brotjob an, um dann einige Stunden später auf dem Spielplatz zu stehen. Mein Alltag ist gar nicht so voll mit dem Autoren-Dasein. Meist beginnt diese Zeit erst gegen 20.00 Uhr und endet meistens auch erst, wenn ich viel zu müde bin, um noch irgendeinen Satz tippen zu können. Doch für mich ist es der perfekte Ausgleich. Diese neue eigene Welt, die ich betreten darf, um ganz weit weg vom Alltag zu sein.

Was war Ihr schönster Moment als Autorin?

Meine erste Veröffentlichung. Noch nie habe ich so oft vor Freude geweint, wie an diesem Tag. All die Nachrichten, all die positiven Reaktionen und Rezensionen. Zu hören, dass es Leser gab, die bereits morgens um 5.00 Uhr mit dem Buch durch waren, weil sie Mitternacht direkt begonnen hatten. Ich war einfach unheimlich dankbar für all das und kann es immer noch nicht fassen, wenn jemand mit mir über Linda und Parker spricht, als wären sie real. Denn sie waren so lange nur in meinem Kopf und jetzt in so vielen Herzen.

Was war Ihr größter Fehler im Berufsleben?

Aus jedem Fehltritt nimmt man etwas mit. Ich würde nichts in meinem bisherigen Autorenleben als Fehler bezeichnen, eher als Erfahrung. Sicher ärgert man sich auch mal über gewisse Entscheidungen, aber am Ende geht man immer nur stärker daraus hervor.

Was raten Sie Nachwuchsautoren?

Genießt es. Haltet einen Moment inne, wenn ihr Release habt und genießt es einfach nur. Das habt ihr erreicht! Und vorher: nicht verrückt machen und vor allem nicht vergleichen! Jede Geschichte hat ihren Platz und wird diesen auch finden. Es gibt einen tollen kleinen Autorenshop, die ganz tolle Sticker verkaufen: "write like no one's reading". Ich denke, dass ist das super wichtig. Und ein ganz großer Rat, den ich mir auch oft immer wieder selbst sage: Jeder zweifelt, auch jemand von der Spiegel Bestseller Liste, denn das sind alles nur Menschen und vor allem Autoren, die ebenfalls immer wieder ein Stück Herz in ihr Buch packen.