Zum Hauptinhalt springen

Simone Veenstra

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?

Morgens vor dem Schlafzimmer (meist zu früh für mein schläfriges Ich): lustiges Hin- und Hergewedel. Kaum ist die Tür geöffnet, flitzt ein 4-beiniger Wirbelwind (Herr Paule) hinein, fiept, grummelt und erklärt: „Raus aus den Federn!“ Anschließend folgen zwei bis drei Stunden Hunderunde mit Frisbeespielen, Ballwerfen, An-Stöckchen-ziehen und über zu schreibende Texte nachdenken. Danach: Ins Büro und an den Computer, alles niederschreiben, was mir in den letzten Stunden eingefallen ist. Zwischendurch Mittag- und Abendessen und weitere (diesmal kleinere) Hunderunden, die mich meist ebenfalls mit neuen Denkansätzen versorgen. Anschließend werden wir vom Büro abgeholt und nachhause begleitet. Dann reden Herr Paule, meine bessere Hälfte und ich über den ganzen Tag und alle Entscheidungen des nächsten. Lachen uns in den Schlaf und … fangen wieder von vorne an.

Was war Ihr schönster Moment als Autorin?

Ich komme ja eigentlich vom Drehbuch. Als ich also das allererste Mal bei einer Erstausstrahlung im Fernsehen Figuren jene Worte sagen hörte, die ich ihnen in den Mund gelegt hatte, war ich völlig geflasht! Ich sprach den gesamten Dialog mit und meine Freunde machten ständig: „Psssst! Klappe, Simone! Wir wollen hören, worum es geht!“ Auch mein erstes Buch in den Händen zu halten war unglaublich. Oder als ich das erste Mal von einem Verlag angefragt wurde, ob ich Lust hätte, etwas für ihn zu schreiben … oder als meine letzten beiden Romane für einen Preis nominiert wurden – auch wenn sie ihn nicht erhielten. Ich glaube ja, es gibt nicht nur einen schönsten Moment im Leben einer Autorin oder eines Autoren. Es gibt ganz viele!

Was war Ihr größter Fehler im Berufsleben?

Die Erinnerung daran, als ich einigen wirklich netten und an mir interessierten Menschen aus Eile einen Text abgab, mit dem ich selbst nicht zufrieden war. Als ich damit nämlich abgelehnt wurde, war ich vor allem auf mich selbst wütend.

Was raten Sie Nachwuchsautoren?

Nicht aufhören zu schreiben. Sich eine Gruppe Gleichgesinnter suchen, mit denen man sich austauschen kann – im besten Falle ebenso ehrlich wie unbefangen. Nie etwas einsenden, das noch nicht fertig ist und das anschließend verbrannt ist. Aber so viele Ausschreibungen wie möglich mitnehmen. Wie zum Beispiel den Wettbewerb von SpaceNet. Aber auch alle anderen, die im Netz zu finden sind und für deren Einreichung man nicht bezahlen muss.


Simone Nickl

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?

Frühstück mit SZ online - Rad oder Tram in die Goethestraße - Update im Team - und dann meist nonstop Telefonieren, Schreiben, Planen, Meeten - evtl. ein Lunch - und abends manchmal Termine, Ausstellungen oder Veranstaltungen in München oder auch in Berlin, Frankfurt, Wien, Zürich, Basel …. und wenn kein Event: dann tief Durchschnaufen - im Idealfall im Biergarten und mit Blick auf den oder einen See :-)

Was war Ihr schönster Moment als PR Agentin?

Kein „einer“, aber viele kleine „schöne Momente“: Wenn ich mit tollen Künstlern zu tun habe. Wenn ich spannenden Persönlichkeiten begegne. Wenn die Arbeit einen guten Flow hat. Wenn ein Event gelingt, sich alle wohl oder sogar beglückt fühlen. Wenn ich bei Eröffnungen in real sehe, was wir kommuniziert haben - und begeistert bin. Wenn sich eine Idee verwirklicht. Wenn meine Arbeit Wertschätzung erfährt. Und immer auch, wenn sich etwas Neues entwickelt.

Was war Ihr größter Fehler im Berufsleben?

Nicht früher verstanden zu haben, dass es mehr Spaß macht, mehr Drive hat und dass wesentlich mehr möglich ist mit einem eigenen Team (anstelle einer One-Woman-Show).

Was raten Sie Nachwuchsfotografen/fotografinnen?

Nachwuchsfotografen sollten neben der technischen Ausbildung ihr Auge schulen, um einen eigenen Blickwinkel zu finden und eigene Bildideen zu entwickeln. Dazu ist es gut, viel zu sehen: in Ausstellungen zu gehen, nicht nur zur Fotografie. Bücher über die großen Fotografen lesen und anschauen. Filme, Videos, Reportagen und Commercials sehen. Und sehr wichtig ist auch: visuelle Trends, auch in Social Media, zu beobachten und zu verstehen.


Veronika Lackerbauer

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?

Zeit für mein Autorinnen-Dasein habe ich meist nur "zwischen Tür und Angel". Mal ist es ein freier Vormittag, den mein Sohn in der Schule ist, mal ein Nachmittag, den ich mir frei schaufeln kann, oder ein Abend. Mit Laptop oder Stift und Block kann ich im Prinzip überall schreiben, meistens sitze ich dazu allerdings im Wohnzimmer auf der Couch und nicht selten läuft eine Netflix-Serie als "Grundrauschen" dazu im Hintergrund.

Was war Ihr schönster Moment als Autorin?

Für den Deutschen Phantastik Preis nominiert zu sein und das gleich noch mit dem allerersten Buch, das war sehr aufregend für mich. Auch die Jurorinnentätigkeit für den SpaceNet Award war etwas ganz Neues und ist immer noch ein spannendes Projekt. Grundsätzlich liefert das Autorinnen-Sein Glücksmomente am laufenden Band, deshalb schöpfe ich daraus auch sehr viel Kraft für andere Lebensbereiche, die vielleicht manchmal weniger beglückend oder erfüllend sind.

Was war Ihr größter Fehler im Berufsleben?

Ich betrachte keinen Schritt meines Berufslebens als Fehler. Auch wenn ich manche Dinge vielleicht heute nicht mehr oder anders machen würde, so haben sie zum damaligen Zeitpunkt ihre Berechtigung gehabt und am Ende dazu beigetragen, dass ich zu dem Menschen wurde, der ich heute bin. Das Autorinnen-Dasein birgt dabei vielleicht grundsätzlich weniger Potential für Schritte, die ich im Nachhinein bereuen könnte, so etwas passiert mir wenn dann eher in meinem "Brotjob". Aber auch da ist alles eben so gekommen, wie es kam und es ist gut so, wie es ist.

Was raten Sie Nachwuchsautoren?

Eine der wichtigsten Eigenschaften, die Autoren und Autorinnen meines Erachtens brauchen, ist Hartnäckigkeit, Geduld und Liebe für den Beruf. Ein zweites Standbein sollte haben, wer darauf angewiesen ist, dass regelmäßige Einkünfte in die Kasse kommen, denn das kann eine freiberufliche Tätigkeit wie das Schreiben sehr oft nicht gewährleisten. Erfolgreich zu sein, ist in diesem Bereich - wie wahrscheinlich in alle künstlerischen Bereichen - sehr schwer und mit vielen Durststrecken verbunden, das muss man aussitzen können. Und ansonsten: Nie den Spaß am Schreiben vergällen lassen, nicht aufhören, das zu tun, was man liebt, und immer bereit sein Neues zu lernen und besser zu werden.


Rolf Barth

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?

Wenn es ein gelungener ist, verbringe ich einen wunderbaren Tag mit meiner Heldin oder meinem Helden.

Was war Ihr schönster Moment als Autor?

Die Gewissheit, dass es immer wieder schöne Momente als Autor gibt.

Was war Ihr größter Fehler im Berufsleben?

Mich nicht früher getraut zu haben, an meine Geschichten zu glauben.

Was raten Sie Nachwuchsautoren/-innen?

Vertraut Euren Geschichten und bleibt beharrlich!